Das Moderationskollektiv Mofa löst sich auf

Nach fast drei Jahren gemeinsamer Arbeit haben wir, das selbstverwaltete
Moderationskollektiv Mofa, beschlossen, uns
aufzulösen. In diesem Text wollen wir kurz unsere Gründe dafür
transparent machen, ein paar der von uns in den letzten Jahren gemachten
Erfahrungen teilen und den einen oder anderen Gedanken zur Zukunft von
selbstverwalteter Moderation in linken Zusammenhängen in den Raum stellen.
Wir werden alle in unterschiedlichen Formen weiter moderieren und ihr
erreicht uns alle in der nächsten Zeit immer noch über unsere
Mailadresse und den Blog, nur Mofa, als Kollektiv, wird es so nicht mehr geben.

Erfahrungen mit Mofa
Als wir vor drei Jahren zu dritt in Frankfurt am Main Mofa als
»Moderation für alle! – Kollektiv zur Unterstützung von Gruppenprozessen
und Moderation« gründeten, verband uns das Interesse für Moderationen,
das Anleiten von Trainings und Konfliktbearbeitung genauso wie unser
Aktivismus in den verschiedenen Bereichen linker Politik. Wir hatten
alle in unserer politischen Praxis erlebt, dass Gruppenprozesse oft
extrem herausfordernd und kräftezehrend sein können.
Wir waren überrascht und erfreut, dass wir so schnell von so vielen
Gruppen für unterschiedlichste Prozesse angefragt wurden. Das Spektrum
der Anfragen reichte von Moderationstrainings über Konfliktmoderationen
bei Konflikten um Gruppenauflösungen oder Rauswürfen von einzelnen
Gruppenmitgliedern bis hin zu Großplena in herausfordernden Situationen
auf Aktionen, um nur einige Beispiele zu nennen.
Wir nahmen schon vor der Gründung an, dass es einen Bedarf nach externer
Moderation in linken Zusammenhängen gibt, waren aber davon überrascht,
wie groß dieser ist. Viele Gruppen waren und sind bereit, sich in
herausfordernden Situationen Unterstützung zu holen. In den allermeisten
Fällen meldeten die Gruppen uns zurück, dass es eine gute Entscheidung
war, uns als externe Moderator*innen anzufragen.

Die Auflösung
Dadurch, dass wir von Anfang an nur zu dritt waren, führten Umzüge,
Lohnarbeit, andere persönliche Umstände und Veränderungen zwischen uns
immer wieder dazu, dass sich unsere sowieso schon knappen Kapazitäten
für Mofa noch knapper wurden – bis zu einem Punkt, an dem es uns besser
erschien, nicht mehr so weiter zu machen wie bisher.

Der Bedarf
Nach wie vor sind wir fest davon überzeugt, dass es in linken
Zusammenhängen einen großen Bedarf nach Trainings, Unterstützung bei
Moderationen und Konflikten gibt. Gleichzeitig gibt es nur an einer Hand
voll Orten in der BRD handlungsfähige Moderationskollektive die
solidarisch Unterstützung anbieten – einige davon überregional, andere
eher lokal. Besonders im Rhein-Main-Gebiet scheint es bisher leider
wenige Moderationskollektive oder Moderator*innen zu geben.

Die Zukunft
Wir glauben, dass unsere Szene – und damit wir alle – mehr solidarische
Moderator*innen, Trainer*innen und Mediator*innen braucht. Gleizeitig
braucht es Formen der Organisierung, die durch Transparenz,
Zuverlässigkeit und Erreichbarkeit Gruppen bei Bedarf die Möglichkeit
geben, sich Unterstützung zu holen. Wir können das in unseren regionalen
Zusammenhängen, aktuell im Rhein-Main Gebiet und im Raum Hannover, nicht
mehr alleine stemmen.
Wir wollen linke Zusammenhänge und Einzelpersonen in diesen Gegenden
dazu aufrufen zu überlegen, wie wir uns so organisieren können, dass
linke Politiken und Projekte nicht unnötig an inneren Konflikten und
ermüdenden Strukturen scheitern. Wir können uns gut vorstellen in
irgendeiner Form die Arbeit von Mofa fortzuführen, aber nur in einem
anderen Rahmen und auf mehr Schultern verteilt.

P.S. Wenn Ihr Moderator*innen sucht, stöbert doch gern auf diesem Blog
unter „Links“ bei den anderen Moderationskollektiven!

Willkommen bei Mofa

Willkommen auf der Seite des linken Moderationskollektives Mofa. Nähere Informationen zu uns und unserer Arbeit findet ihr unter den Links oben auf der Seite.